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  Gemeinschaftspraxis Dr. med. Peter Ziegler und Dr. med. Armin Philipp, Hautärzte, Allergologie, Ambulante Operationen
Allergologie
Werderstraße 66, im Karl-Olga-Krankenhaus, 70190 Stuttgart
 

Die Häufigkeit allergischer Reaktionen hat in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. Die steigende "Chemisierung" unserer Umwelt; der steigende Medikamentenkonsum, die Schädigung der Schleimhautbarrieren durch Luftverschmutzung und veränderte Hygienebedingungen werden hierfür verantwortlich gemacht.

Man unterscheidet grob vier große Gruppen von Allergietypen. Im klinischen Alltag aber relevant sind besonders Typ I (Soforttyp-Allergie, z.B. Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie, Nesselsucht) und Typ IV (Spättyp-Allergie, z.B. Ekzem-Typ).

Soforttyp-Allergien:

Heuschnupfen:

Der Heuschnupfen ist eine weitverbreitete Erkrankung, die bei mehr als zehn Prozent der Gesamtbevölkerung auftritt. Die allergische Rhinitis (Heuschnupfen) tritt saisonal auf. Da meist auch die Bindehäute der Konjunktiven (Schleimhäute der Augen) mitbetroffen sind, wird sie als Rhinokonjunktivitis bezeichnet. Sie wird sehr häufig durch eine allergische Reaktion auf Pollen verursacht. Hier gibt es drei große Gruppen: Bäume, Kräuter und Gräser mit der jeweiligen Saison im Frühling, Sommer und Herbst. Abhängig von der Wettersituation treten teilweise starke Pollenbelastungen der Luft auf. Bei sonnigem und trockenem Wetter ist die Pollenzahl in der Regel hoch, niedrig ist sie in kalten und regnerischen Abschnitten.

Informationen zur aktuellen Pollensituation finden Sie unter www.donnerwetter.de oder www.allergie-info.de

Hausstaubmilbenallergie:

Im Gegensatz zu den Pollenallergien treten die Beschwerden bei Milbenallergie ganzjährig auf. Sie ähneln ansonsten den Symptomen des Heuschnupfens sehr, treten aber zumeist verstärkt während der Nacht oder am Morgen auf. Hauptverursacher einer Hausstauballergie sind die Milben und deren Ausscheidungsprodukte. Die Milben sind mit den Spinnen verwandt und kommen fast auf der ganzen Welt vor. Sie halten sich bevorzugt im Bereich von Teppichen, Polstermöbeln, Gardinen, Betten und Kuscheltieren auf. Sie ernähren sich von menschlichen und tierischen Hautschuppen sowie anderen organischen Bestandteilen des Staubs. In einem Gramm Staub aus einer Matratze konnten bis zu 15000 Milben nachgewiesen werden. Das allergologisch relevante Allergen der Hausstaubmilbe sind ihre winzigen Kotballen.

Nesselsucht:

Nesselsucht heißt in der Fachsprache Urtikaria. Sie ist das beste Beispiel für eine Allergie vom Soforttyp. Innerhalb von Minuten nach dem Kontakt mit einem Allergen bilden sich juckende Quaddeln, so wie bei der Berührung von Brennnesseln. Zu Beginn der Reaktion zeigen sich begrenzte, geschwollene und leicht erhabene Rötungen, die schnell größer werden und jucken. Es können sich auch weißliche Flecken bilden. Die Quaddeln können einzeln auftreten und die Größe von Linsen haben. Meistens stehen sie aber beetartig zusammen. Sie können sich auch über den ganzen Körper ausbreiten und zu großflächigen Gebilden zusammenfließen. Die Dauer der Schwellungen ist unterschiedlich. Die Quaddeln können nach wenigen Minuten zurückgehen, oder auch wochenlang bleiben. Bleiben Quaddeln länger als sechs Wochen, spricht man von chronischer Nesselsucht. In vielen Fällen handelt es sich um sogenannte immunologische Ursachen für eine Nesselsucht. So können verschiedene Lebensmittel, wie Nüsse, Gewürze, Fisch oder Schalentiere (Muscheln, Krabben etc.) zu allergischen Reaktionen sofort nach dem Verzehr führen. Die allergischen Reaktionen bestehen häufig in einer Quaddel- oder Ödembildung. Es kann aber auch zu Luftnot und in besonders schweren Fällen zum anaphylaktischen Schock kommen. Die gleichen Effekte können auch Medikamente, vor allem Penicillin und Aspirin, sowie die in Lebensmitteln enthaltenen Konservierungs- und Farbstoffe, verursachen. Dabei können auch Asthma- und heuschnupfenartige Anfälle auftreten.

Diagnostik und Therapie:

Viele akute Urtikaria klingen ohne medikamentöse Behandlung ab. Als erstes sollte unbedingt versucht werden, den Auslöser zu ermitteln. Dann kann dieser Stoff gemieden werden.

Prick-/Scratch-Test:

Zur Ermittlung des Auslösers wird der Prick-oder Scratch-Test durchgeführt. Dabei werden verschiedene Stoffe auf die Haut aufgetragen, von denen bekannt ist, daß sie zu allergischen Reaktionen führen können. Die Stoffe sind meistens in einer Lösung enthalten. Die Haut unter dem Tropfen der Lösung wird angepickst/-geritzt, damit das Allergen in die Haut gelangen kann. Bei einer allergischen Reaktion bildet sich an der betreffenden Stelle innerhalb von wenigen Minuten eine rote Schwellung. Besteht der Verdacht, daß man auf z. B. Käse allergisch reagiert, kann dieser direkt auf die Haut aufgelegt werden. Häufig erweisen sich auch Nahrungsmittelfarb- und Konservierungsstoffe als Auslöser. Deshalb ist es im Alltag oft recht schwierig, die auslösenden Stoffe zu meiden. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Auslöser als Bestandteil von Nahrungsmitteln nicht auf den Verpackungen aufgeführt ist.

Medikamentöse Therapie:

Fast alle Quaddeln und Ödeme, die im Rahmen einer allergischen Reaktion entstehen, sind auf die Ausschüttung von Histamin zurückzuführen. Medikamente, die die Freisetzung von Histamin unterdrücken, wirken gegen Nesselsucht. Diese Medikamente werden Antihistaminika genannt. Sie dürfen keinesfalls vor einem solchen Test eingenommen werden.

Spezifische Immuntherapie:

Sind symptomatische Maßnahmen bei der Behandlung von allergischen Soforttypreaktionen (Heuschnupfen, Insektengiftallergien, Hausstaubmilbenallergie) nicht ausreichend, ist es notwendig, eine spezifische Immuntherapie (sog. Hyposensibilisierungstherapie) durchzuführen. Dies geschieht durch Injektionen an den Oberarmaußenseiten. In einer Einleitungsphase wird die Dosis der Allergene langsam gesteigert und nach Erreichen der Erhaltungsdosis in etwas längeren Abständen weiter verabreicht. Die Gesamtdauer einer Hyposensibilisierungsbehandlung beträgt zwischen 3 und 5 Jahren. Oft kann durch die Behandlung eine deutliche Besserung der Beschwerden erzielt werden, nur einige Patienten werden durch eine Hyposensibilisierung nicht vollkommen beschwerdefrei.


Spättyp-Allergien:

Eine weitere häufige Variante einer allergischen Manifestation an der Haut ist das sogenannte Kontaktekzem. Dieses wird hervorgerufen durch den Kontakt der Haut mit den Allergenen. Vor Auftreten der Hauterscheinungen muß jedoch eine Sensibilisierungsphase stattgefunden haben. Dies bedeutet, daß nicht ein einmaliger Kontakt zu einer Substanz bereits eine Allergie hervorrufen kann, es muß zumindest ein weiterer Kontakt vorausgegangen sein. Sehr häufig kommt das Kontaktekzem im Bereich der Hände vor. Bei einer ausgeprägten Sensibilisierung kann es auch zu einer sogenannten Streuung des Kontaktekzemes kommen. Hierbei kann am gesamten restlichen Körper eine Ekzemreaktion auftreten, ohne daß an diesen Stellen ein direkter Kontakt zum Allergen stattgefunden hat. Die Fähigkeit ein Kontaktekzem auszubilden ist bei Patienten mit einer atopischen Diathese (Neigung zu Neurodermitis, Heuschnupfen, allergischem Asthma) und bei Patienten mit einer chronisch iritierten Haut erhöht. Da bei diesen Krankheitsbildern eine gestörte Barrierefunktion des Hautorgans vorliegt, können die Allergene leichter eindringen und eine Sensibilisierung hervorrufen.

Diagnostik und Therapie:

Die genaue Erörterung der Krankengeschichte (Anamnese) ist zur Aufklärung der Ursachen einer Kontaktallergie von entscheidender Bedeutung. Sind bereits in der Vergangenheit Hautallergien festgestellt worden? Oder kam es bereits in der Vergangenheit zu ähnlichen Hautveränderungen? Mit welchen Substanzen bestand vor Auftreten des Ekzems Kontakt?

Epicutan-Test:

Nach einer gründlichen Anamnese folgen dann - in abgeheiltem Hautzustand - die allergologischen Testungen (sog. Epicutantestungen). Hierbei werden standardisierte Substanzreihen mittels eines Pflasters auf den Rücken aufgeklebt und nach 24, 48 und 72 Stunden abgelesen. Gegebenenfalls verwendete eigene Substanzen werden hierbei mitgetestet (z.B. Pflegecremes, Kosmetika, Deo`s etc.). Bei einer positiven Reaktion kommt es innerhalb dieses Testzeitraums zu einer ekzematösen, juckenden und geröteten Hautveränderung im Bereich des Testfeldes. Nach Beendigung werden alle festgestellten Sensibilisierungen in einem Allergieausweis vermerkt und die entsprechenden Substanzen müssen lebenslang gemieden werden. Der Ausweis enthält außerdem Informationen, in welchen Produktgruppen die betreffenden Allergene vorkommen können. Dieser Allergiepass ist stets mit sich zu führen und es ist zu kontrollieren, ob neu erworbene Substanzen oder Gegenstände gegebenenfalls die entsprechenden Allergene enthalten und damit zu meiden sind.

Therapie:

Die effektivste Therapie zur Behandlung einer Allergie ist Meiden des auslösenden Allergens. In den meisten Fällen ist dies bei Allergien diesen Typs gut möglich. Bei der Akutbehandlung von Kontaktekzemen ist es meist notwendig steroidhaltige Salben und Cremes anzuwenden. Dies jedoch nur kurzfristig, da bei Meiden des Allergenes von einer raschen Abheilung auszugehen ist. Desweiteren sind prädisponierende Faktoren für die Kontaktekzemstörung zu beseitigen. Dies bedeutet eine konsequente Hautpflege mit rückfettenden Salben und Cremes sowie die Verwendung von Hautschutzprodukten und gegebenenfalls das Tragen von speziellen Handschuhen.


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